Passives Investieren vs. Aktives Trading — Alles war einfach, bis der Crash kam
Juli 2024 – Felix Hövelborn · 3 Min Lesezeit
Als 2020 die Corona-Pandemie begann, versetzte es nicht nur die Bevölkerung in einen Lockdown, sondern auch die globalen Finanzmärkte in den Tiefflug. Depots, die erst wenige Wochen oder Monate alt waren, schlugen innerhalb von Tagen ins Negative um. Die roten Prozentwerte wurden größer und größer.
In der Zeit habe ich sehr viele panische Nachrichten von Leuten erhalten. Ob sie verkaufen sollten. Ob sie die Phase durchhalten sollen. Wie lange der Schock wohl dauern wird.
Ihr Verhalten war von Angst und Irrationalität geprägt. Und ich konnte es ihnen nicht verdenken — denn sie hatten keine andere Option.
Die Illusion der Sicherheit
Passives Investieren in ETFs gilt als die vernünftige, sichere Alternative zum „riskanten" Trading. Das ist das Bild, das in den letzten Jahren entstanden ist — befeuert von Finanz-Influencern, die nebenbei an der Vermittlung von Kunden an Broker verdienen.
Das Bild stimmt in ruhigen Zeiten. Wenn die Märkte steigen, ist passives Investieren einfach und beruhigend. Du tust nichts, der Markt steigt, dein Depot wächst.
Aber das ist keine Strategie. Das ist Mitfahren.
Die Corona-Krise hat das schonungslos gezeigt. Wer nur passiv investiert war, hatte exakt eine Option: aushalten oder verkaufen. Beides war schmerzhaft. Wer ausgehalten hat, erlebte Monate tiefroter Zahlen. Wer verkauft hat, verpasste den anschließenden Aufschwung.
Kein drittes Szenario. Kein Hebel, den man ziehen konnte.
Das nenne ich ein Risiko ohne Steuerungsmöglichkeit.
Was aktives Trading in dieser Phase ermöglicht hat
Ich selbst hatte in der Corona-Phase sehr erfolgreiche Monate. Nicht weil ich Glück hatte — sondern weil ich auf fallende Märkte setzen konnte und das konsequent mit klarem Risikomanagement getan habe.
Das ist der fundamentale Unterschied.
Aktives Trading bedeutet nicht, mehr zu riskieren. Es bedeutet, in jede Marktrichtung handeln zu können. Wenn der Markt fällt und du das erkennst, kannst du Short-Positionen aufbauen und von fallenden Kursen profitieren — statt zuzusehen, wie dein Depot kleiner wird.
Das erfordert Können. Es erfordert ein System. Und es erfordert Risikomanagement, das du auch wirklich verstehst.
Aber genau das ist der Punkt: Passives Investieren ist nicht risikoärmer als aktives Trading. Es ist nur eine andere Art von Risiko — eines, auf das du keinen Einfluss hast.
Die ehrliche Gegenüberstellung
Passives Investieren hat echte Vorteile. Für Menschen ohne Interesse an Märkten und mit langem Zeithorizont ist ein ETF-Sparplan eine solide Entscheidung. Das bestreite ich nicht.
Aber die Narrative, die dabei verkauft werden — „sicher", „einfach", „kein Wissen notwendig" — sind in Krisenphasen schlicht falsch. Die Corona-Krise war kein Sonderfall. Sie war eine Erinnerung, dass Märkte in beide Richtungen laufen. Und dass sie es immer wieder tun werden.
Wer das Handwerk des Tradings beherrscht, hat eine Option, die passiven Investoren fehlt: reagieren zu können. Egal in welche Richtung sich der Markt bewegt.
Das ist kein Versprechen schnellen Reichtums. Es ist der Unterschied zwischen Kontrolle und Ausgeliefertsein.
Wenn du verstehen willst, wie aktives Trading im Alltag funktioniert, schau dir unser Ausbildungsprogramm an.
Felix Hövelborn
Gründer von WirmachenTrader. Handelt seit über 14 Jahren. Experte für US-Aktien.