Freestoxx – Ein wirklich kommissionsfreier Broker?

23. Mai 2023 (Vor 9 Monaten)

Auf der Internetseite beschreibt sich Freestoxx* selbst als ein „Neo-Broker mit Historie“. Dieser Aussage wollen wir in diesem Blog-Eintrag nachgehen und die Fragen klären, womit sich Freestoxx* von anderen Brokern abhebt und für wen dieses Produkt interessant sein könnte.

Was ist Freestoxx und wer steckt dahinter?

„Freestoxx“ ist eine Marke der WH Selfinvest, die seit 1998 Brokeragedienstleistungen für aktive Investoren und Trader anbietet. Mit Freestoxx reagiert WH Selfinvest, als etablierter Anbieter auf dem Markt, auf die kommissionsfreien Brokerkonten der Neo-Broker.

WH Selfinvest selbst ist ein lizenzierter Finanzdienstleister, der in sechs europäischen Ländern Niederlassungen hat. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Luxemburg. Als Depotbank fungiert die „Bank of Montreal Harris Bank“, welche zum jetzigen Zeitpunkt über ein Fitch Rating von „AA-“ verfügt (Stand: 25.04.2023). Nach eigener Aussage unterliegen alle Partnerbanken den örtlichen Einlagensicherungssystemen. Recherchen im Internet nach „WH Selfinvest“ zeigen, dass es sich scheinbar, um ein vertrauenswürdiges Unternehmen mit einem guten Ruf handelt, da es zum Zeitpunkt der Recherche keine nennenswerten Scam-Vorwürfe zu finden sind.

Was kann ich bei Freestoxx handeln?

Mit Freestoxx können US-Aktien und Optionen gehandelt werden. Dabei besteht die Möglichkeit, zwischen einem komplett kommissionsfreien Modell und einem „Mini-Kommissionsmodell“ zu wählen. Bei dem kommissionsfreien Modell werden die Aufträge über ein intelligentes Orderrouting zu allen verfügbaren Handelsplätzen und Börsen weitergegeben. Bei dem „Mini-Kommissionsmodell“ werden die Order priorisiert an der NYSE oder an die NASDAQ ausgeführt, was die Kommission ($0,0035 pro Aktie und $0,49 pro Option) erklärt. Es gilt aber zu beachten, dass ein Minimum von $0,89 gilt. Bedeutet also, dass du beispielsweise bei einer Order von 10 Aktien $0,89 zahlen würdest und nicht nur $0,035 ($0,0035 x 10).

Ein Wechsel zwischen diesen beiden Modellen ist jederzeit – auch nach Eröffnung des Kontos – möglich. Eine monatliche Inaktivitätsgebühr wird bei beiden Modellen nicht erhoben. Die Order werden zum besten Geld- und Briefkurs ausgeführt, was der "NBBO-Regel" der US Securities and Exchange Commission (SEC) entspricht. Zusammengefasst besagt diese Regel, dass Makler den Auftrag überall ausführen dürfen, wo es möglich ist (es sei denn, der Kunde gibt eine spezielle Anweisung), solange der Auftrag immer zum besten Preis zum aktuellen Zeitpunkt an jedem Ort ausgeführt wird.

Dies ist positiv zu sehen, denn viele Neo-Broker senden die Order an einen sogenannten Market Maker. Market Maker erhöhen den Geld- und Briefkurs zum Nachteil des Traders: Der Trader zahlt dadurch mehr als den eigentlichen Marktpreis beim Kauf und bekommt beim Verkauf weniger für seine Anteile. Dies ist bei Freestoxx nicht der Fall.

Welche Kosten fallen an?

Wie auf der Webseite beschrieben, ist es tatsächlich möglich, US-Aktien ohne Provision oder versteckte Kosten zu kaufen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Freestoxx völlig kostenlos ist. Es gibt eine übersichtliche Tarifkarte, die alle Kosten auflistet. Anleger, die eine Hebelwirkung nutzen, zahlen etwa Zinsen. Leerverkäufer müssen Gebühren zahlen, um Aktien zu leihen.

Es ist jedoch interessant zu erwähnen, dass Anleger kostenlose Börsenkurse erhalten, wenn sie einen Auftrag im Monat ausführen. Da die Aufträge kostenlos sind, stehen auf der Plattform und in der Trading-App im Wesentlichen kostenlose Kurse zur Verfügung.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, auf das sogenannte „Full Service Paket“ upzugraden. Dieses kostet 9,99 € pro Monat und inkludiert neben einem Kostenvorteil bei den Margin-Gebühren auch einen Support über Telefon und Chat ein.

Zu erwähnen ist noch, dass ausschließlich mit dem „Optionen Paket“ für 13,30 € pro Monat Optionen gehandelt werden können.

Weitere Kosten können dem Preis- und Leistungsverzeichnis entnommen werden.

Vorteile

  • Keine Order-Provisionen
  • Ausführung von Aufträgen nach der NBBO-Regel
  • Hebel und Leerverkäufe (Shorten) möglich
  • Registrierung, Support und Plattform auf Deutsch
  • Eine solide Depotbank
  • Keine monatliche Inaktivitätsgebühr

Nachteile

  • Keine 100%ige Übersicht über das gehandelte Volumen (Chartanalysen sollten demnach immer auf Plattformen wie TradingView gemacht werden)
  • Aktien im Wert von weniger als 5 $ können nicht gehandelt werden

Fazit

Wenn du dich auf den US-Aktien- und Optionsmarkt konzentrierst, kann Freestoxx* eine vielversprechende Option für dich sein. Ein großer Vorteil ist, dass du komplett ohne Provisionen handeln kannst, was insbesondere für Anleger, die häufig handeln, sehr attraktiv sein dürfte. Es gibt auch die Möglichkeit, zwischen einem komplett kommissionsfreien und einem "Mini-Kommissionsmodell" zu wählen, was dir Flexibilität bietet und je nach Handelsstrategie sinnvoll sein kann.

Eine solide Depotbank und eine deutschsprachige Unterstützung sind weitere Aspekte, die für Freestoxx* sprechen. Dennoch solltest du einige Einschränkungen beachten. Es ist etwa nicht möglich, Aktien im Wert von weniger als 5 $ zu handeln, und es gibt keine hundertprozentige Übersicht über das gehandelte Volumen. Daher ist es wichtig, dass du dich selbst noch einmal informierst und die Wahl von deiner persönlichen Situation abhängig machst.

Aber wie bei jeder Anlageentscheidung ist es wichtig, deine individuelle Situation zu berücksichtigen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

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