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Jonas Update: Vom Hobby-Trader zum angehenden Profi — 3 Monate nach dem Start

Dezember 2025Felix Hövelborn · 8 Min Lesezeit

„Es hat sich so angefühlt, als könnte ich den Markt spüren. Diese Woche auf der Short-Seite — das war mein bisher bestes Ergebnis." — Jonas Höhnen

Vor ein paar Monaten habe ich Jonas' erste Geschichte erzählt: Ein gelernter Industriemechaniker, der sich mit 56 Seiten Notizen aus kostenlosen YouTube-Videos eine profitable Trading-Strategie aufgebaut hat. 10% Rendite pro Monat. Kein Coaching, kein Mentoring — rein über kostenlose Inhalte.

Die Frage, die sich mir stellte: Was passiert, wenn jemand mit diesem Fundament in eine strukturierte Ausbildung einsteigt? Die Antwort hat mich beeindruckt.

Warum überhaupt eine Ausbildung, wenn es schon läuft?

Berechtigte Frage. Jonas war profitabel. Er hatte einen Prozess, der funktionierte. Warum Geld für etwas ausgeben, das man offensichtlich schon kann?

Jonas' Antwort war ehrlich:

„Ich habe gesehen, wie viel schneller ich dahingekommen wäre, hätte ich mich früher angemeldet. Und ich wollte wissen, was mir noch fehlt."

Der Punkt ist: 10% pro Monat klingt beeindruckend — und ist es auch. Aber Jonas wusste, dass er bestimmte Bereiche noch nicht abdeckte. Short-Trading war einer davon. Das Lesen des Gesamtmarktes ein anderer. Und die Frage, wie man aus einem profitablen Hobby einen tragfähigen Beruf macht, stand im Raum.

Zwei Wochen Paper Trading — und dann der Durchbruch

Was mich an Jonas beeindruckt: Er ist kein Typ, der etwas halbherzig macht. Als er in die Ausbildung einstieg und ein neues System kennenlernte, ging er nicht sofort live. Er schaltete auf Paper Trading um — für zwei volle Wochen.

„Ich wollte sichergehen, dass ich das neue System wirklich verstehe, bevor ich echtes Geld riskiere."

Für jemanden, der bereits profitabel handelte, ist das eine bemerkenswerte Entscheidung. Die meisten hätten sofort losgelegt. Jonas hat den Prozess respektiert.

Und dann kam der Durchbruch — ausgerechnet auf der Short-Seite.

Die beste Woche seines Lebens — auf der Short-Seite

Der Markt war choppy. Kein klarer Aufwärtstrend, schwierige Bedingungen für Long-Positionen. Genau die Phase, in der viele Trader frustriert pausieren.

Jonas nicht. Er handelte Short — und hatte die beste Woche seiner Trading-Karriere.

„Es hat sich so angefühlt, als könnte ich den Markt spüren. Ich wusste, wo die Schwäche liegt, wo die Verkäufer reinkommen. Das war komplett neu für mich."

Das ist der Moment, den ich als Ausbilder liebe. Wenn jemand nicht mehr nur Regeln befolgt, sondern anfängt, den Markt zu lesen. Wenn das Chart-Lesen zur Sprache wird, die man fließend spricht — nicht zu einem Regelwerk, das man auswendig gelernt hat.

Vor der Ausbildung konnte Jonas profitabel Long handeln. Jetzt kann er beide Seiten des Marktes nutzen. Das verdoppelt nicht nur die Gelegenheiten — es verändert das gesamte Verständnis dafür, wie Märkte funktionieren.

Day Trading und Swing Trading — flexibel statt dogmatisch

Eine Sache, die Jonas besonders gut macht: Er ist nicht dogmatisch. Kein reiner Day Trader, kein reiner Swing Trader. Er nutzt beides — je nach Marktphase.

Tagsüber nimmt er Intraday-Setups mit, wenn sein Zeitfenster es erlaubt. Abends screent er den Markt für Swing-Positionen. Die Flexibilität, beide Ansätze zu kombinieren, gibt ihm einen echten Vorteil.

„Manchmal ist der Markt perfekt für Intraday. Manchmal laufen die besten Setups über mehrere Tage. Warum sollte ich mich auf eins beschränken?"

Das klingt einfach, ist aber eine Erkenntnis, die viele Trader nie erreichen. Die meisten kleben an einem Ansatz — weil es bequemer ist, nicht weil es besser ist.

Die Overtrading-Lektion: 17 bis 25 Trades am Tag

Nicht alles lief glatt. Jonas durchlebte eine Phase, in der er massiv übertrieb: 17 bis 25 Trades an einem einzigen Tag.

„Ich war im Flow und wollte einfach weitermachen. Aber irgendwann merkst du, dass die Qualität der Trades abnimmt."

Das ist eine klassische Falle. Wenn es gut läuft, will man mehr. Mehr Trades, mehr Gewinne, mehr Action. Aber Trading ist kein Akkordarbeit. Mehr Trades bedeuten nicht mehr Profit — oft das Gegenteil.

Jonas erkannte das Problem und korrigierte. Zurück zu weniger, aber besseren Trades. Qualität über Quantität. Wieder einmal zeigte sich die Mechaniker-Mentalität: Problem identifizieren, Variable anpassen, weitermachen.

Der Alltag: 4 Stunden unter der Woche, 8 am Wochenende

Jonas behandelt Trading wie einen zweiten Job — weil es einer ist. Sein Zeitaufwand:

  • Montag bis Freitag: Etwa 4 Stunden täglich für aktives Trading und Marktanalyse
  • Wochenende: Bis zu 8 Stunden für Vorbereitung, Screening und Weiterbildung

Abends um 22 Uhr beginnt seine Screening-Routine. 50 bis 200 Aktien durchgehen, die besten Kandidaten filtern, Watchlist für den nächsten Tag erstellen. Das ist keine Übertreibung — das ist der Prozess, der die Ergebnisse liefert.

„Am Wochenende mache ich die große Analyse. Welche Sektoren laufen? Wo fließt Geld hin? Wo wird es abgezogen? Das gibt mir den Rahmen für die ganze Woche."

Chart-Lesen als Sprache

Einer der Momente im Gespräch, der bei mir hängengeblieben ist: Jonas vergleicht Chart-Lesen mit dem Erlernen einer Sprache.

Am Anfang siehst du nur Kerzen und Linien. Du folgst Regeln, die du gelernt hast: Wenn X passiert, mache Y. Das ist wie Vokabeln auswendig lernen.

Irgendwann ändert sich etwas. Du siehst nicht mehr einzelne Kerzen — du siehst die Geschichte dahinter. Du erkennst, wo große Marktteilnehmer kaufen oder verkaufen. Du verstehst, warum ein Ausbruch funktioniert und ein anderer nicht.

„Es ist wie eine Sprache. Am Anfang übersetze ich jeden Satz im Kopf. Irgendwann denke ich direkt in dieser Sprache."

Dieses Verständnis kann man nicht in einem Wochenendseminar vermitteln. Es kommt durch hunderte Stunden vor den Charts. Jonas hat diese Stunden investiert — und es zahlt sich aus.

Der Fat-Finger-Moment

Nicht jede Lektion kommt aus dem Markt. Jonas hatte einen Moment, der jeden Trader zum Schmunzeln bringt — im Nachhinein zumindest.

Er wollte eine Position verkaufen und hat stattdessen gekauft. Falsche Plattform, falscher Knopf. Der klassische Fat-Finger-Trade.

„Mein Herz hat kurz ausgesetzt. Aber ich habe sofort korrigiert und der Schaden war minimal."

Die richtige Reaktion: Sofort handeln, nicht erstarren. Fehler passieren — entscheidend ist, wie schnell man sie korrigiert. Auch hier zeigt sich Jonas' Prozess-Denken: Fehler registrieren, korrigieren, weitermachen. Kein Drama.

Sport, Ernährung, Schlaf — die unterschätzten Edge-Faktoren

Im ersten Interview hatte Jonas erzählt, wie er durch Trading-Psychologie-Bücher das Rauchen aufgegeben hat. Dieser Weg ging weiter.

Sport, bewusste Ernährung, ausreichend Schlaf — Jonas hat verstanden, dass seine körperliche Verfassung direkt seine Trading-Ergebnisse beeinflusst.

„An Tagen, an denen ich gut geschlafen habe, trainiert habe und mich gut ernähre — das sind meine besten Trading-Tage. Das ist kein Zufall."

Trading ist mentale Höchstleistung. Und mentale Höchstleistung braucht ein physisches Fundament. Die besten Trader, die ich kenne, achten alle auf ihren Körper. Jonas hat das mit 30 verstanden — manche brauchen dafür Jahrzehnte.

Das Ziel: Hauptberuflich traden

Die große Frage stand im Raum: Wann wird Trading zum Hauptberuf?

Jonas' Ergebnisse rechtfertigen den Schritt. Aber ich rate ihm — wie jedem in dieser Situation — zur Hybrid-Lösung: Arbeitsstunden reduzieren, nicht sofort alles hinwerfen.

Warum? Weil der psychologische Druck, von Trading leben zu müssen, alles verändert. Solange ein Grundgehalt reinkommt, kannst du entspannt handeln. Sobald die Miete vom nächsten Trade abhängt, ändert sich die Dynamik fundamental.

„Der Plan ist, die Stunden bei der Arbeit weiter zu reduzieren. Schritt für Schritt — wie beim Rauchen aufhören."

Jonas hat bewiesen, dass er Prozesse versteht. Er weiß, dass große Veränderungen in kleinen Schritten passieren. Ich bin überzeugt, dass er den Übergang schaffen wird — zu seinen Bedingungen.

Was sich in drei Monaten verändert hat

Wenn ich Jonas heute mit dem Jonas von vor drei Monaten vergleiche, sehe ich drei fundamentale Veränderungen:

  1. Vom Long-Only zum kompletten Trader. Short-Trading hat sein Arsenal vervollständigt. Er kann in jeder Marktphase handeln — nicht nur wenn alles steigt.

  2. Vom Regelbefolger zum Marktleser. Charts sind keine Ansammlung von Regeln mehr, sondern eine Sprache, die er versteht. Das ist der Unterschied zwischen einem Anfänger und einem Fortgeschrittenen.

  3. Vom Trader zum Trading-Unternehmer. Jonas denkt nicht mehr in einzelnen Trades, sondern in Wochen, Monaten und Lebensphasen. Der Übergang zum Hauptberuf ist kein Traum mehr — es ist ein Plan mit konkreten Schritten.

Was du von Jonas' Entwicklung lernen kannst

  1. Auch wenn es läuft — investiere in Weiterbildung. Jonas war profitabel. Trotzdem hat die Ausbildung sein Trading auf ein neues Level gebracht. Stagnation ist der Feind von Fortschritt.

  2. Lerne die Short-Seite. Wer nur Long kann, ist die Hälfte der Zeit arbeitslos. Short-Trading öffnet Türen in Marktphasen, die andere als „schwierig" abstempeln.

  3. Respektiere den Prozess. Zwei Wochen Paper Trading, obwohl er schon profitabel war. Das ist Disziplin, die sich auszahlt.

  4. Behandle deinen Körper wie dein Kapital. Sport, Ernährung, Schlaf — das sind keine Nice-to-haves, sondern Trading-Werkzeuge.

  5. Plane den Übergang realistisch. Nicht kündigen und hoffen, sondern Stunden reduzieren und Schritt für Schritt aufbauen.


Das vollständige Follow-Up-Interview mit Jonas findest du oben im eingebetteten Video. Sein erstes Interview zeigt, wo die Reise begann — mit 56 Seiten Notizen und einem 10.000-Euro-Konto. Wenn du selbst den nächsten Schritt machen möchtest, findest du auf unserem YouTube-Kanal hunderte kostenlose Videos zum Einstieg.

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Felix Hövelborn

Gründer von WirmachenTrader. Handelt seit über 14 Jahren. Experte für US-Aktien.

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