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Trading lernen: Brauche ich wirklich eine Trading-Ausbildung?

Februar 2020Felix Hövelborn · 3 Min Lesezeit

Ich bin voreingenommen. Das sollte ich klarstellen.

Ich biete Trading-Ausbildungen an. Natürlich halte ich sie für sinnvoll.

Trotzdem will ich diese Frage ehrlich beantworten. Denn die ehrliche Antwort lautet: Nein. Du brauchst keine Ausbildung.

Wenn du in der Lage bist, dir Wissen strukturiert selbst zu erschließen, eine Feedbackschleife aufzubauen und aus Fehlern systematisch zu lernen — dann reichen kostenlose Ressourcen. Jonas, einer unserer Studenten, hat sich eine profitable Strategie aus YouTube-Videos erarbeitet. 56 Seiten Notizen, Monate im Paper Trading, konsequente Auswertung. Seine Geschichte findest du hier.

Aber das ist die Ausnahme. Nicht die Regel.

Was ohne Struktur passiert

In meinem ersten Trading-Jahr als Student habe ich über 1.600 € verloren. Nicht weil die Märkte schlecht liefen. Sondern weil ich kein System hatte, kein Risikomanagement, keine Ahnung, was ich da eigentlich tat.

Ich dachte, ich könnte es mir selbst beibringen. Ein Video hier, eine Strategie dort.

Das Problem: Ohne Grundlage kannst du nicht beurteilen, was gut und was schlecht ist. Du kannst einen profitablen Monat haben — und nicht wissen, ob das an dir lag oder am Marktumfeld. Du kannst einen Verlustmonat haben — und nicht wissen, ob die Strategie kaputt ist oder du eine normale Drawdown-Phase durchläufst.

Ohne Feedbacksystem lernst du nicht. Du erlebst nur.

Was eine gute Ausbildung leistet — und was nicht

Eine schlechte Ausbildung gibt dir eine fertige Strategie. Wenn Indikator A über Linie B kreuzt, kaufen. Das funktioniert eine Weile — bis der Markt sich ändert. Dann bist du wieder am Anfang.

Eine gute Ausbildung gibt dir das Handwerk. Du verstehst, warum ein Setup funktioniert. Du kannst dein System selbst anpassen, wenn sich Marktbedingungen ändern. Du bist nicht abhängig von Signalen oder Updates des Coaches.

Das ist der Unterschied zwischen einer Strategie und einem System. Und es ist der Grund, warum ich selbst so lange gebraucht habe — ich habe zu lange nach der perfekten Strategie gesucht, statt das Handwerk zu lernen.

Die eigentliche Frage

Die Frage ist nicht: "Brauche ich eine Ausbildung?"

Die Frage ist: "Wie lange bin ich bereit, auf eigene Kosten herumzuprobieren?"

Wenn die Antwort unbegrenzt lautet — lerne es alleine. Es geht. Es dauert länger, kostet mehr Lehrgeld, aber es geht.

Wenn du eine strukturiertere Route willst, achte bei der Wahl auf drei Dinge:

  1. Lernst du ein System oder eine Strategie? Ein System kannst du anpassen. Eine Strategie kopierst du nur.
  2. Hat der Coach selbst Skin in the game? Tradet er noch aktiv, mit echtem Kapital?
  3. Gibt es einen Weg, Feedback zu bekommen? Nicht nur Inhalte konsumieren, sondern eigene Trades besprechen, Fehler erkennen, korrigieren.

Wenn alle drei zutreffen: Wahrscheinlich sinnvoll. Wenn nicht: Skeptisch bleiben.


Wie unsere Ausbildung aufgebaut ist und was sie von anderen unterscheidet, findest du auf der Programmseite.

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Felix Hövelborn

Gründer von WirmachenTrader. Handelt seit über 14 Jahren. Experte für US-Aktien.

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